Freitag, 6. November 2009

FarmVille, Mafia und Co die neuen Jamba-Abos?

Gestern war es soweit, ich habe mich bei Facebook dazu durchgerungen dieses "FarmVille" zu testen.
Prompt bekam ich Hilfe von Freunden und Geschenke und und und. Toll, in der Social Community haben sich sogenannte Social Games mitlerweile gut durchgesetzt. Und es macht Sinn, denn wer ist denn bei Facebook, MySpace und Co angemeldet? Die 18-34 Jährigen. Die Spielaffinen. Die, die aber auch ein gewisses Budget für Spiele haben.
Und hier kommen wir zum eigentlichen Thema. Ich habe heute morgen also meine Farm besucht und dachte mir, ich könnte ja mal das eine oder andere kaufen. Natürlich fehlte mir dafür aber das (virtuelle) Geld. Doch da fällt mir ein Button ins Auge, der mir mehr Coins und Money verspricht. Ich dachte ich kann durch irgendwelche Minigames oder ähnliches mehr Geld machen, aber weit gefehlt. "Micro-Payment" ist das Zauberwort. Für einen geringen Geldbetrag kann ich mir virtuelles Geld kaufen.
Soweit kommt es noch, dachte ich mir und entdeckte eine interessante Alternative: Ich könne an einer Umfrage oder so teilnehmen und so ebenfalls virtuelles Geld verdienen. Interessant. Doch dann wollten sie meine Telefonnummer haben und die gebe ich dann doch eher ungerne heraus.
Nach kurzer Recherche (ich war doch neugierig) auch ganz gut so!
Denn: Wer die Nummer angibt, wird Mitglied eines Abodienstes, der monatlich mit ca. 7€ zu buche schlägt!

Mafia, ein bei Twitterusern beliebtes Game ist ähnlich. Ich möchte nicht wissen wieviele Einladungen ich bekam und ich wunderte mich teilweise, wer mich alles eingeladen hatte, doch als ich mich dort ein wenig nach erkundigte, erklärte sich, warum ich so viele Einladungen bekommen hatte.

Sobald man eine Einladung akzeptiert, sendet man automatisch eine Einladung an alle Follower und an alle, denen man folgt, ab! Nicht nur das, sondern man erklärt sich dann auch bereit, Mafia Nachrichten über seinen Twitteraccount verbreiten zu lassen! Dies kann man in Mafia selbst auch nicht abschalten, sondern nur bei Twitter selbst. Wie mir gesagt wurde, eine der letzten Gedanken auf die Twitter-User kommen.

Nun macht FarmVille an sich schon Spaß und ich verstehe warum Microsofts Alex St.Johns sagte, er sehe die Spielekonsolen vom Aussterben bedroht. Diese Minigames machen zudem auch die jeweiligen Social Networks attraktiver. Aber mit solch unlauteren Mitteln bereichern sich die Firmen im Hintergrund, dass ich einfach sofort an Jamba und Co denken muss, die uns bei MTV zu gefühlten 50% mit ihrer Werbung das Fernsehprogramm unterbrechen. Gegen diese versuchten Verbraucherschützer bereits erfolglos vorzugehen.
Meine Vermutung ist, dass auch bei den Minigames ein Interessenkonflikt entstehen wird, so dass auch hier die Verbraucherschützer nicht sehr erfolgreich sein werden.

Bleibt zu hoffen, dass die meisten User doch soweit zurückhaltend mit ihrer Telefonnummer sind und doch ihr Geld lieber in anderes investieren.

So nun genug von mir.

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