Ein Freund von mir verbringt gerade viel Zeit auf Reisen, vor allem in Asien. So hat er sich China, Thailand und Kambodscha angesehen. Zumeist versucht er es per Work&Travel zu finanzieren, was scheinbar gut geht (sollte ich auch mal überlegen).
Seit zwei Monaten nun ist er in einem kleinen Dorf in Kambodscha und versucht dort, ein wenig etwas für die Dorfgemeinschaft zu leisten. Regelmäßig bekamen wir Zurückgebliebenen eine Rundmail in der er uns über seine Erfahrungen auf dem Laufenden hält. Da die Internetanbindung nur bedingt gegeben ist, kann er leider keinen eigenen Blog schreiben.
Nun erreichte mich gestern diese Mail, die ich für ihn hier veröffentlichen möchte:
Guten Tag meine lieben Freunde,
dies ist nun die dritte Rundmail die ihr von mir erhaltet, nur mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal auch die weiterlesen, die sich nicht fuer mein Leben hier im Dorf interessieren. Das Gemeinwo hl der Welt haengt davon ab. Zumindest ein kleines bisschen (kein Scherz).
Ich bin ja nun schon zwei Monate im Dorf, wobei mir nur noch einer uebrig bleibt und es also Zeit wird die Beine in die Hand zu nehmen und ordentlich sozial zu werden. Aus diesem und aus dem Grund, dass die Bevoelkerung von Kambodscha einen eher unausgepraegten Sinn fuer ihre Umwelt besitzt, habe ich beschlossen ein Projekt fuer Tropangsdock und Nachbardoerfer zu organisieren. Das erste Mal ist mir deren konventionelle Art mit Muellbehandlung im Dschungel aufgefallen, als die einheimischen Fuehrer die Plastikreste, Muell, Bierdosen etc. z um recyclen dem naechsten Busch und dem vorbeifliessenden Fluss anvertrauten. Das Bild hat sich hier im Dorf nicht verbessert, denn niemandem wird anerzogen seine nicht mehr brauchbaren Reste rechtmaessig zu entsorgen. Das liegt zum einen an der Unwissenheit, was Mensch und Natur zustoesst wenn man sich zumuellt, zum anderen daran, dass es hier keine Muellabfuhr gibt, die Gesammeltes auch entsorgen wuerde. Der eine Teil der Leute verbrennt also ihr nicht mehr benoetigtes Hab und Gut, der andere Teil vertraut es Mutter Natur in rohform. Ueberall, in Staedten wie auch auf dem Land, faellt einem der wahrlos weggeworfene Muell in die Augen. Das finde ich gar nicht gut und moechte dies gern aendern.
Jetzt moechte ich also das Projekt vorstellen und euch alle danach um einen kleinen Gefallen fuer ein sauberes Kambodscha bitten.
Wir wollen einen Anti-Muell-Tag veranstal ten, der am Sonntag den 18 Oktober in der nahegelegenen Highschool von uns organisiert wird. Das Programm des Tages besteht aus vier Punkten, die dazu beitragen sollen, dass sich die Schueler fuer einem gewissenhaften Umgang mit Muell entscheiden. Hier also der Stundenplan.
1. Praesentation in der Highschool ueber
• unterschiedlichen Arten von Muell die im Dorf anfallen wie Plastik, Papier, Metall, Essensreste, elektronische Geraete, Batterien, Glas usw. und deren rechtmaessige Entsorgung
• Einwirkung von Abfaellen auf Mensch und Natur
• wie man schon im Alltag das Anfallen von Abfaellen so gering wie moeglich haelt.
2. Muellsammlung am Phnom Chiso mit allen Schuelern
Der Phnom Chiso ist ein direkt bei uns gelegener Berg mit einem Tempel aus der Ankor-Zeit, der schon gute 1000 Jahre& nbsp;alt ist. Es ist ein gern angesteuertes Ziel von nicht einheimischen Touristen, wodurch die oertliche Bevoelkerung einige Geldscheine einstreichen kann. Dieser Berg ist so verdreckt und so unansehnlich, dass wir uns beschlossen haben, dies gemeinsam mit allen Schuelern (ca. 800-1000 Exemplare) zu aendern. Jeder bringt dazu einen gebrauchten Reissack von zu Haus mit um ihn zu fuellen und gesammelte Abfaelle wieder sicher nach unten zu transportieren. Unten angekommen gibt es dann was fuer die durstigen Kehlen. Das Gesammelte wird anschliessend zur naechsten Muellverarbeitungsfabrik geliefert.
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3. Chili und Stockbrot
Und weil alle fleissig mitgeholfen haben und die hungrigen Maegen gefuellt werden sollen wird auf unserem Gelaende von Sorya anschliessend eine Riesenportion Chili gekocht und Stockbrot uberm Lagerfeuer gegrillt.
4. Was fuer die Augen
Abschliessend wird zum Entspannen und um das Thema zu vertiefen noch ein Film auf unserem Grundstueck gezeigt. Dann wird es langsam dunkel werden und jede r huepft mit neuen Erkenntnissen und dem Gefuehl sich von einer grossen Lasst befreit zu haben zurueck in heimatliche Gefilde.
Man koennte sagen es ist alles geplant und laueft auf hochtouren, nur hat wie immer alles auch ein kleinen Haken. Der Bus mi t dem der Muell nach Phnom Penh zur Weiterverarbeitung geliefert wird muss gemietet werden, da es keine Maenner in Orange gibt, die sich der Sache annehmen. Das Essen und Trinken fuer rund 800 bis 1000 Schueler uebersteigt unsere gesammelten Groschen, aber wir finden es waere mit mehr Spass verbunden, wenn man bei einem Lagerfeuer zusammen sitzt, was zu Essen in der Hand haelt und den Tag revue passieren laesst. Mit Spass lernts sich ja schliesslich am besten und bleibt lange in Erinnerung. Ausserdem sollen noch einige kambodschanische Pendants des Jutesacks geordert werden. Hier traegt man Bambus, sodass wir einige Bambustaschen besorgen, die mit einem schoenen Slogan zum Thema bemalt werden und zum Abschluss den Lehrern ueberreicht werden, die natuerlich mit gutem Beispiel vorangehen und die Botschaft gegen Plastiktueten in die Klassenzimmer tragen.
Da wir es geschafft haben die Highschool fuer unser Projekt zu begeistern ist es uns gelungen die Anzahl der Helfenden vor Ort um einiges zu erhoehen. Dies bietet uns die Moeglichkeit noch mehr Leute als erwartet anzusprechen, was natuerlich super ist, aber unsere Kosten ein wenig nach oben schraubt. Hier also der Aufruf an euch. Ich bitte euch Sponsor d ieses Projekts zu werden und mir zu helfen dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Das was ihr entbehren koennt oder zusteuern wollt, egal wie klein der Betrag auch sein mag, kann hier schon einiges erreichen. Ich wuerde mich tierisch drueber freuen, wenn sich so viele Leute wie moeglich angesprochen fuehlen und vielleicht ja sogar die Lust zu verpuehren einen kleinen Klingelbeutel in der Umgebung wie Familien-, Freundeskreis, Labors, Handballverein, Jugendgruppe rumgehen zu lassen und fuer eine schoene und gute Sache zu sammeln. Ihr werdet natuerlich dann Bericht erstattet bekommen wie es gelaufen ist und wenn ich in wieder in Deutschland bin, werde ich mich mit Handschlag und auf die Schulter klopfen bedanken.
Also egal wie klein der Betrag auch sein mag, den ihr entbehren koennt, bitte lasst ihn mir zukommen. Bitte senden an:
[Kontodaten nur auf Anfrage]
Bitte schreibt mir, falls ihr euch entschlossen habt Sponsor zu werden eine kurze Mail, damit ich Planungssicherheit fuer das Projekt habe, weil Bank ja doch immer recht lange braucht und nicht mehr viel Zeit fuer zur Verfuegung steht.
Und hier noch ein kleiner Zusatz fuer alle die der Sache skeptisch gegenueberstehen. Dies ist kein Plan von mir an leichtes Geld zu kommen um mir den Rueckflug nach D zu finanzieren. Das garantiere ich mit meinen echten 52 Zaehnen.
Der Tim
Sollte jemand sich nun veranlasst fühlen, noch auf die Schnelle etwas zu überweisen, einfach mich kontaktieren, ich gebe dann auf Anfrage die Kontodaten weiter.
Ich hoffe ich erhalte noch Bilder von der Veranstaltung, diese werde ich dann natürlich nachreichen.
vor 18 Stunden

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